Kyla Brox und Band

RückBlick von Walter Brinkmann

Kyla Brox live – Schmerz, Seele und große Stimmen im Kleinen Deelenhaus

Wenn Kyla Brox die Bühne betritt, verändert sich die Luft im Raum. Am Samstagabend im Club des Kleinen Deelenhauses wurde schnell klar, dass hier kein gewöhnliches Konzert stattfinden würde. Die britische Sängerin aus Manchester öffnete ihr Herz und nahm das Publikum mit auf eine zweistündige Reise durch Blues, Soul und R&B – intensiv, ehrlich und zutiefst berührend.

Schon mit dem eröffnenden „When We’re Alone“ lud Brox das Publikum mit ihrer unglaublich warmen, verführerischen Stimme in ihre Welt ein. Von diesem ersten Moment an spannte sie einen musikalischen Bogen, der gleichermaßen von Nähe und Kraft lebte. Sie wechselte mühelos zwischen leisen, intimen Passagen und selbstbewusster Bühnenpräsenz, ohne jemals ins Theatralische zu kippen. Ihr Gesang bleibt stets aufrichtig – jede Note getragen von Gefühl und Erfahrung.

Die Setlist erwies sich als bemerkenswert abwechslungsreich. Funkiger Soul im Stil einer jungen Aretha Franklin traf auf eleganten, reduzierten Blues und R&B. Stücke wie „Let You Go“ oder „Choose Me“ sorgten für lässigen Groove und flammende Energie, während „Devil’s Bridge“ mit seiner ruhigen, fast sphärischen Stimmung an Sade erinnerte. „Ich habe so viele Überraschungen für euch“, sang Brox in „Beautiful Day“ – und sie hielt Wort.

Besonders eindrucksvoll präsentierte sich auch die Band: Paul Farr begleitete die Sängerin mit einfühlsamem, stets geschmackvollem Gitarrenspiel, Danny Blomeley überzeugte mit inspirierten Basslinien und Mark Warburton sorgte am Schlagzeug für einen präzisen, zugleich atmenden Groove. Dieses sensible Zusammenspiel schuf Raum für Brox’ Stimme und ihr Flötenspiel, die immer im Zentrum des Geschehens standen.

In autobiografischen Momenten wie „Bluesman’s Child“ wurde die emotionale Tiefe des Abends besonders spürbar. Zwischen Trauer, Stolz und musikalischer Hingabe bewegte sich Brox mit beeindruckender Selbstverständlichkeit. Songs wie „Sensitive Soul“, „Honestly Blues“ oder „Don’t Let Me Fall“ ließen das Publikum tief in ihre Gefühlswelt eintauchen, während „365“ mit einem Call-and-Response-Part für spürbare Nähe zwischen Bühne und Saal sorgte.

Der krönende Abschluss gelang mit Leonard Cohens „Hallelujah“. In einer ergreifenden Interpretation ließ Kyla Brox den Abend ruhig und würdevoll ausklingen – ein Moment, der noch lange nachhallte und das Publikum still in die Nacht entließ.

Das Konzert im Kleinen Deelenhaus war mehr als nur ein Auftritt: Es war ein intensives Musikerlebnis, getragen von Gefühl, handwerklicher Qualität und echter Leidenschaft. Kyla Brox bewies, dass große Musik keine großen Hallen braucht – sondern Nähe, Ehrlichkeit und eine Stimme, die berührt.

Die Ankündigung:

Kyla Brox – Die Königin des britischen Soul-Blues

Blues und Soul verschmelzen untrennbar in der Musik der preisgekrönten Singer-Songwriterin Kyla Brox, deren außergewöhnliches Talent sie zur „besten weiblichen Bluesstimme ihrer Generation“ gemacht hat.
Als Gewinnerin der UK Blues Challenge 2018 und der European Blues Challenge 2019, Beste Sängerin bei den European Blues Awards 2019 sowie Halbfinalistin bei der International Blues Challenge 2019 und 2020, steht Kyla Brox heute an der Spitze der britischen Bluesszene.

Die Tochter der Blues-Legende Victor Brox startete ihre Karriere bereits als Teenager in der Band ihres Vaters. Inzwischen hat sie ihren ganz eigenen, raffinierten Sound entwickelt – zu hören auf ihren vielgelobten Alben "Throw Away Your Blues" und "Pain & Glory". Letzteres erreichte Platz 1 der IBBA Charts 2019 und wurde sowohl bei den European als auch bei den UK Blues Awards als Bestes Album nominiert.
Ihre Stimme – zart und drängend, rau und voller Gefühl – verwischt die Grenzen zwischen Schmerz und Leidenschaft. Zusammen mit dem einfühlsamen Gitarrenspiel von Paul Farr, dem inspirierten Bass von Danny Blomeley und dem präzisen Groove von Mark Warburton entsteht ein einzigartiges, intensives und oft geradezu ekstatisches Live-Erlebnis.

Als unabhängige Künstlerin hat Kyla Brox ihre Karriere Schritt für Schritt aufgebaut: von kleinen Pub-Gigs bis hin zu Headliner-Shows auf den renommiertesten Blues-Festivals weltweit. Mit tausenden verkauften Alben und stetig wachsender Fangemeinde gilt sie heute als eine der größten Soul-Blues-Stimmen, die die britischen Inseln je hervorgebracht haben.
„Die beste weibliche Blues-Sängerin ihrer Generation.“ – Manchester Evening News
„Manchester’s Antwort auf Aretha Franklin.“ – Tony Wilson, Factory Records
„Sicherlich eine der besten Stimmen, die Großbritannien je hervorgebracht hat.“ – Pete Clack, Blues In Britain

LINEUP:
Kyla Brox -Vocals
Danny Blomeley - Bass
Paul Farr - Gitarre
Mark Warburton - Drums