Torsten Goods "Soul Deep"
RückBlick von Walter Brinkmann
Thorsten Goods + SOUL DEEP TOUR 2026
machen Station in Paderborn
Es beginnt mit dem satten Groove der exzellenten Rhythmusgruppe von Klaus Doldinger, namentlich Christian Lettner und Patrick Scales sowie dem ebenso versierten Mann an den Tasten, Ferdinand Schwarz, die das Deelenhaus mit einem warmen Klangteppich auf ein großes Konzert vorbereiten.
Dann tritt mit federnden Schritten ein großgewachsener Mann ins Scheinwerferlicht und greift zu seiner brandneuen „grünen“ Höfner-Chancellor Gitarre, um das erwartungsvolle Haus zwei Stunden lang zu verzücken. Ausnahmegitarrist Thorsten Goods und sein Spezial-Edition Instrument werden an diesem Abend die Hauptdarsteller sein.
Nach London, Paris, Schweiz, Wien und rund 40 anderen Stationen sei man nun in Paderborn am Start und freue sich über diese außergewöhnlich eindrucksvolle Location, einen Club mit unterem und oberem Rang, wo sonst gibt es sowas – und überhaupt, wie großartig das hier klingt, ein augenzwinkernder Gruß an die Paderstadt.
Musikalisch spannt das Quartett dann einen weiten Bogen: von Yacht-Rock-Schimmern und Westküsten-Vibes bis zu Jazz- und Soul-Farben, die an George Benson erinnern, dazu AOR-Anmutungen der 70er. Viele neue Titel, entweder von Goods selbst komponiert oder gemeinsam mit seinem britischen „Soul-Bruder“ Bluey Maunick von Incognito arrangiert. Alles stark vom Soul geprägt, aber auch von Jazz, Blues und immer wieder sommerlichem West-Coast-Feeling. Was oftmals auf Alben geschmeidig abgestimmt klingt, wird live deutlich knackiger: satt groovender Bass, viele luftige Keyboardpassagen, ganz präzise und wunderbar banddienliche Drums – darüber dann Goods’ geschmeidiger Gitarrenton. Gefühlvolle Phrasen und jazzige Linien; Virtuosität stets im Dienst der Songs. Dazu Thorsten Goods’ Gesang – warm, präsent, mit klarer Diktion und unglaublich viel Charm. Nicht zu vergessen, immer wieder gibt’s Raum für die außergewöhnlich Mitmusiker an denen man sich nicht satthören kann. So machen besonders einige Gesangsparts von Keyboarder Ferdinand Schwarz großes Potential deutlich.
Zwischen den Songs führt Goods locker und pointiert durchs Programm. Kleine Anekdoten, charmante Seitenhiebe und kenntnisreiche Einordnungen lassen die Zeit verfliegen – man könnte ihm stundenlang zuhören. Wir erfahren ganz nebenbei, dass Yacht Rock Musik der amerikanischen Westküste von Musikern kommt, die gar keine Yacht besitzen, und Besonders gelungen: humorige “Beratung” für fortgeschrittene Ehekriesen inklusive Song-Paarung “Who’s Right, Who’s Wrong”.
Unser Fazit: Ein Abend, der Westcoast-Glanz, Jazz-Substanz und Soul-Herz elegant bündelte. Balsam für die Seele, funkelnder Gitarren-Soul – und reichlich “Move” im Publikum. Ein Konzert aus der Kategorie: großartig, wie das hier klingt. So sind wir schon jetzt in Sommerstimmung, warm, fröhlich, voller „Party Feeling“.
Sicher ist, im kommenden Herbst sehen wir uns wieder.
DIE ANKÜNDIGUNG:
Seele ist, was den Menschen ausmacht – sein Innerstes, Ehrlichstes, die Essenz.
Je tiefer, desto besser. „My soul has grown deep like the rivers“ schrieb der Schwarze Poet Langston Hughes, ganz in Goethes Sinn, denn „Des Menschen Seele gleicht dem Wasser“. Der deutsche Soulsänger und Über-Gitarrist Torsten Goods lässt mit „Soul Deep“ Töne in unsere Ohren ´fließen´. Es ist sein inzwischen achtes
Album und dabei weit mehr als nur eine Fortsetzung seines Erfolgsalbums „Soul Searching“. Die zwölf neuen Stücke, entweder selbstgeschrieben oder zusammen mit seinem britischen Soul Brother Bluey Maunick von Incognito, präsentieren den
44-Jährigen als gereiften Künstler, beeinflusst von Soul, aber auch Jazz, Blues und den sommergefühligen Westcoast/AOR - Sounds der späten 70er in Kalifornien. So virtuos diese Musik auch sein mag, so ´ausgecheckt´ und ausproduziert, so sehr berühren die Klänge der Stimme(n) und Instrumente die Seele der Zuhörenden. Sie sind Balsam und Bereicherung für jeden, tiefgreifend
und intensiv, eben „Soul Deep“.
Zudem ist Torsten Goods an vielen anderen Projekten beteiligt, ist fester Bestandteil der Band von Sarah Connor, spielt Konzerte mit Till Brönner oder Nils Landgren und verantwortet die künstlerische Leitung des Festivals "Jazz & Klassik am Fluss" in Erlangen. Sein letztes Album „Soul Searching“ stieg mit Platz 2 in die Media Control Jazz Charts im September 2023 ein.
Torsten Goods auf ZDF MEDIATHEK
https://www.zdf.de/play/konzerte/jazz-baltica-102/torsten-goods-band-100
LINEUP:
Torsten Goods - guitar, vocals
Jan Miserre - keys, piano
Felix Lehrmann - drums
Thomas Stieger - bass